Dienstag, 6. September 2011

Zusammenfassung von Tag 4

06. Sep. 2011 - von Bubion nach Yegen

Die heutige Etappe nahm einen etwas anderen Verlauf, als geplant. Ursprünglich dachten wir um 12:00 in Trevelez gemütlich Mittag zu essen, um dann den Rest der Etappe nach Yegen zu fahren. Doch schon auf dem Weg nach Trevelez wurden unsere Pläne durch eine durch einem Erdrutsch nicht passierbare Stasse durchkreuzt. Die "Umfahrung" führte uns über einen Wanderweg das Fahrrad schiebend und tragend 200 hm talabwärts und anschliessend wieder die gleiche Höhendifferenz bergauf. Gut zweieinhalb Stunden später kamen wir nach Trevelez. Dort fiel dann die Entscheidung, wegen Carstens Erkältung auf dem schnellsten Weg unser Ziel Yegen anzusteuern.

Die Fakten:
Gefahrene Strecke: 57,7 km
Aufstieg gesamt: 1.397 Hm
Max. Höhe: 1.807 m
Durchschnittsgeschwindigkeit Fahrt: 12,2 km/h
Stationen: Bubión, Capileira, A. R. Rio Barmejo, Sendero Sulayr, El Cruce, GR 7, Trevelez, Juvilez, Alcutar, Mecina-Bombarón, Yegen

> GPS-Track





Abend in Yegen

Die Erkältung von Carsten fordert ihren Tribut.
Statt des geplanten Tracks über die Ausläufer der Sierra mit weiteren 1000 hm nehmen wir die Chicken Tour und fahren auf Asphalt nach Yegen.
Dort angekommen, kommt Carsten mit Tee und Aspirin Complex in Isolationshaft, während Micha und ich eine gute alte Bekannte treffen:



Unterkunft: El Rincón de Yegen

Position:Alpujarra de la Sierra,Spanien

Mittag in Trevelez

Wegen der endlosen Schiebe-Arie waren wir erst um kurz vor Drei in Trevelez. Glücklicherweise konnte man auch zu dieser Zeit noch Mittagessen bekommen. Natürlich haben wir den örtlichen Schinken gegessen.




In diversen ortsansässigen Geschäften kann man dann auch Schinken kaufen.




Nach längerer Diskussion wurde dann entschieden, dass sich so ein Schinken doch nicht so gut auf dem Mountainbike transportieren lässt.

Position:Trevélez,Spanien

Sendero roto

Der junge Spanier und seine Freundin hatten uns schon vorgewarnt: der Weg sei irgendwie kaputt, "sendero roto" haben wir verstanden und gedacht, "schau'n wir mal".

Und tatsächlich, nach ein paar weiteren Kehren war der Weg an einem kleinen Bach weggerissen worden. Man brauchte aber nur um ein paar Büsche herum, über ein paar Steine und schon hatten wir das Hindernis überwunden. Naja, der Spanier, sagte noch einer, dramatisiert halt gerne mal.


Hinter der nächsten Kurve dann der Maulstopfer. Hier war die komplette Brücke über einer tiefen Schlucht von einem Erdrutsch weggerissen. Mit den Mountainbikes kein Vorbeikommen.


Auf Michas neuem Garmin ergab sich dann aber doch noch eine Alternative (zu geil: Routing von Wanderwegen, was es nicht alles gibt): ein paar Hundert Meter zurück und dann auf dem markierten Wanderweg GR 7 die Schlucht weiter unten durchqueren. Da alle anderen Optionen bedeutet hätten, fast komplett zum Startpunkt zurückzukehren, stürzten wir uns in das Abenteuer.


In Biker-Latein würde sich das so lesen: Anspruchsvoller Singletrail bis zur Schlucht, die Auffahrt auf der anderen Seite eröffnet immer wieder tolle Ausblicke, ist allerdings nur von versierten Bikern durchgängig zu fahren.

Im Klartext: Runter ist nur Carsten gefahren und auch nicht komplett, auf der anderen Seite war es teilweise eine Kraxelei wie gestern am Mulhacén, allerdings ohne die kräfteraubende Höhenluft, und fahren konnte man nur auf wenigen, sehr kurzen Abschnitten.











Der kleine Umweg hat uns in Summe gut 2 Stunden gekostet.

Auf nach Treveles

Etwas frustran mussten wir die gestern zuletzt abgefahrenen 200 hm wieder steigen, um auf unseren Track zu kommen.






Dann ging es entlang des Sendero Sulayr Richtung Trevelez.

Der Sendero Sulayr ist hier ein gut fahrbarer Schotterweg und Teil der uns schon bekannten MTB- (bzw. wie es hier heißt: BTT-) Rundfahrt "Transnevada" (Etappe 6).

Auftakt Tag 4

Gezwungenermaßen mussten wir heute länger schlafen, da uns der Herbergsvater mitteilte, das Brot zum Frühstück käme nicht vor 08:30.




Heute steht eine Etappe entlang der Baumgrenze über Trevelez (das Mekka des spanischen Schinkens) nach Yegen an.
Alles weitere von unterwegs...





Montag, 5. September 2011

Zusammenfassung von Tag 3

5. Sep. 2011 - vom Sierra Nevada Skigebiet nach Bubion

Das Ziel für den heutigen Tag war klar: die beiden höchsten Berge Spaniens, den Mulhacén und den Veleta, mit dem Mountainbike bezwingen. Beide Berge sind deutlich über 3.300 m hoch, da wird die Luft dann schon mal etwas dünner.

Die Fakten:
Gefahrene Strecke: 51,9 km
Aufstieg gesamt: 1.414 Hm
Max. Höhe: 3.476 m
Durchschnittsgeschwindigkeit in Bewegung (Fahrt und tragen): 9,3 km/h
Stationen: Albergue Universitario, Cruce de Borreguiles, Pico de Veleta, Carihuela Pass, Laguna de la Caldena, Mulhacén, Loma de Mulhacén, Alto de Chorillo, Capileira, Bubión

> GPS-Track



P.S. Mehrfach wurde nachgefragt: was macht Micha eigentlich abends, wenn Lutz und Carsten sich die Finger blutig bloggen? Hier die Antwort: ein kluges Gesicht.







Ankunft in Bubion

Auf dem Mulhacen gab es dann noch ein Deja Vu für mich, denn auf dem Gipfel bemerkte ich, dass ich auf der Tragepassage den Bolzen, der den Hinterraddämpfer mit dem Rahmen verbindet, verloren hatte. Ähnliches war mir bereits auf einer Tragepassage in den Alpen passiert, wo ich eine Pedale verloren hatte.
Die schnelle Lösung hieß Kabelbinder.

Mit dieser Lösung bin ich dann die über 2000m bis nach Capileira abgefahren. Nach kurzer Suche fanden wir dort eine Schrauberbude, wo uns ein super netter Spanier einen ganzen Eimer alter Schrauben präsentierte, aus dem wir uns eine passende aussuchen konnten. Nach kurzer Anpassung mit der Flex passte sie dann perfekt in den Dämpfer.







Von Capileira waren es dann nur noch 2 km bis nach Bubion, wo unser Hotel liegt.
Den GPS-Track der heutigen Etappe haben wir wie immer bei GPSies eingestellt.

Position:Calle del Carril,Bubión,Spanien

3.482 m - auf dem Mulhacén

Der Mulhacén ist mit 3.482 Metern der höchste Berg des spanischen Festlands und der Iberischen Halbinsel allgemein.




Der Weg zum Gipfel hat weder etwas mit Kindergeburtstag noch mit Alt-Herren zu tun. Hier ist das MTB auf einem schmalen und sehr steilen Singletrack 400 hm zu tragen oder zu schieben.

An dieser Stelle sei mir (Lutz) ein Hinweis an die (Hobby-) Physiologen der geneigten Leserschaft erlaubt: Das Gefühl nach zurückgelegten 400 hm auf 3482m ist auch nicht viel anders, als nach einem Steigerungslauf am Teufelsberg bei der Ankunft an der Radarstation!
Kommentar Carsten: Das eine hat mit dem anderen nix zu tun...

Hier noch ein schöner Bericht eines anderen Mountainbikers, der sein MTB den Mulhacén hochgeschleppt hat: Sisco's Blog. Im Vergleich zu Francisco Llorens ging es uns am Mulhacén ja noch gold.

Okay, hochkommen ist das eine. Aber runter? Zunächst mal ist der Weg Richtung Capileira nicht gut zu erkennen. Im Grunde geht es von Gipfel schnurstracks geradeaus und im rechten Winkel zu dem Pfad, den man hochgekraxelt ist. Eine Markierung fehlt, aber ein paar Steinhaufen weisen den Weg. Oder man vertraut dem GPS-Track. Nach ca. 300 m zeichnet sich der Weg dann besser und besser ab und ist dann auch irgendwann fahrbar.

Wir hatten außerdem gehört, dass die Abfahrt vom Mulhacén für Mountainbiker verboten sei, wie neuerdings auch alle anderen Wege, die weniger als 2 m breit sind. - Das mag vielleicht so sein, tatsächlich hat sich aber weder am Mulhacén noch irgendwo anders mal ein Ranger o. ä. für uns interessiert.


Auf dem Weg zum Mulhacen

Vom Veleta ging es zunächst erstmal wieder auf ca. 3.100 m runter.

YouTube Video


Erste Herausforderung auf dem Weg vom Veleta zum Mulhacén war dieses Schneefeld nach dem Carihuela Pass, das wir überqueren mussten.







Dann ging der Weg in einer weiten Schleife "rüber" zum Mulhacén, vorbei u.a. an dieser Passage, die wir schon in einem Artikel im BIKE Magazin bewundert hatten:

YouTube Video


Am Fuß des Mulhacén kam es dann zur schweren Entscheidung: die Mountainbikes gut 400 Hm den Berg hochschieben, um von oben dann auf der anderen Seite abzufahren. Oder den Mulhacén auf Höhe von ca. 3.100 m umfahren, dafür aber auf die Extraabfahrt verzichten. Micha entscheidet sich für die zweite Option, Lutz und Carsten sticht der Hafer, obwohl schon mit bloßem Auge erkennbar ist, dass hier Schieben nicht ausreicht und die Bikes wohl zu großen Teilen auch getragen werden müssen.

Und so kommt es dann auch. In wenigen Worten: es war furchtbar - und ich, Carsten, muss mir eingestehen, dass ich mich in diesem Leben mit Bike-Tragepassagen nicht mehr anfreunden werde, zumindest nicht in diesen Höhen. Immerhin, der Blick auf den Veleta war sehenswert, wie auch der aufmunternde Zuspruch der diversen Bergwanderer.







3.384 m - Pico de la Veleta

Der (lt. Micha korrekterweise: die) Veleta ist der zweithöchste Berg Spaniens, mit einer Gipfelhöhe von 3.384 m.





Wir stärken uns mit Bocadillos und freuen uns, dass der angekündigte kalte Wind doch erträglich ist.




Herrlich auch der Blick auf den Mulhacen, unser nächstes Ziel am heutigen Tag.




Nach 100 Hm

Ein Blick zurück zur Albergue Universitario. Es geht zunächst weiter auf der gleichen Straße, wie am gestrigen Tag.



In schier endlosen Serpentinen schlängelt sie sich durch das Skigebiet am Fuße des Veleta.

Hier ein Video mit Blick auf Veleta und Mulhacén:

YouTube Video